Wenn aus Liebe, Leben wird Teil 2







4. und 5. Monat

Die sogenannten schwierigen, von einer evtl. Fehlgeburt geleiteten, 3 Monate waren um. Nun können wir uns so langsam darauf einstellen, dass ein neues kleines Lebewesen unser Leben verändern wird und es das auch so zusagen schon tut.

Man versucht von nun an in seinem Körper hinein zuhören, spricht gedanklich mit dem Kind, man geht abends ehr ins Bett und legt die Hand automatisch auf den Bauch um die noch so kleinen Bewegungen wahr zu nehmen. Leider merkte man nichts außer Magengrummeln.  

Der 2. Untersuchungstermin stand an.

Eine Woche bevor der eigentliche Termin anstand, machte man sich schon Sorgen. Da ich das Kind noch nicht spürte, konnte ich also nicht sagen ob alles Okay war oder nicht. Gedanken wie ist es gesund, bewegt es sich usw. ließen mich bis zum Termin nicht mehr in Ruhe. Sprüche wie, „Solang sich die Mutter wohl fühlt, geht es dem Kind auch gut“, halfen in dem Sinn nichts. Jede Mutter, denk ich, kennt das Gefühl in solch einer Situation.

Am Tag des Untersuchungstermins, befand ich mich in der 15.ten Schwangerschaftswoche. Die Ärztin wollte eigentlich nur die Funktionen des Kindes checken. Kurz davor entschlossen wir uns eine Art Fotogalerie des ungeborenen Babys zu machen. Schließlich ist es die erste Schwangerschaft und man möchte so viel wie möglich vom heranwachsenden Kind mitbekommen. Selbst der Vater hatte sein Kind in dieser Weise noch nicht gesehen. Gesagt getan. Es wurde ein weiterer Intensiver Ultraschall gemacht.

Kaum war das Kind auf dem Bildschirm zu sehen winkte es dem Papa auch schon zu. Natürlich ist das ein Bild wert. Wie es dem Vater in dem Zeitpunkt erging, konnte man ihn vom Gesicht ablesen. Ein schöner Anblick von Freude und Stolz zeichneten sich in seinem Gesicht ab. Der Ultraschall dauerte ca. 15 min in der sich das Kind sozusagen langweilte. Ein weiteres lustiges Bild entstand, als es gerade seinen Kopf auf der Hand abstützte. Die Ärztin ist mit dem Verlauf der Kindsbewegungen, Herzaktionen und dem Wachstum mehr als zufrieden. Sprich das Kind ist Kerngesund. Als der Ultraschall vorüber war, erhielt der Vater die Bilder. Stolz ist zu diesem Zeitpunkt kein Ausdruck mehr. Er musste sich die Bilder immer und immer wieder anschauen. Dann, brannte ihn eine Frage:

„Wird es Junge oder ein Mädchen?“ Die Ärztin erwiderte nur, dass das zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh ist, um sich festzulegen aber sie konnte zumindest noch keinen Jungen sehen. Sprich wahrscheinlich ein Mädchen.

Beruhigt und glücklich konnten wir die Praxis verlassen.

Ende des 4. Monats rundet sich der Bauch langsam und man kann deutlich sehen wo das Kind zu bestimmten Zeitpunkten liegt. Eins kann man sagen, es liegt gern auf der linken Seite.

Zwischen der 18. Und 19.ten Woche, verspürte ich dann plötzlich so ein recht komisches Gefühl im Unterleib. Man kann es mit einem „Flauem Gefühl„ um die Magengegend beschreiben nur eben das es sich im Unterleib befand und nicht in der Magengegend. Ich denke solch ein Gefühl kennt jeder.

Im Internet habe ich gelesen, dass man die ersten Bewegungen zwischen der 18. und der 20.ten Woche wahr nimmt, jedoch konnte ich dieses Gefühl dem Kind noch nicht zu ordnen, da dieses bisher nur einmal so deutlich zu spüren war.

Ein paar Tage später dann das:

Erledigt von der Arbeit komm ich nach Hause. Erst einmal ausruhen und mit meinem Freund ein Plausch machen. Eigentlich ein Abend wie jeder andere. Nun musste ich mit der Zeit auch mal einer meiner momentanen lieblingsorte aufsuchen: „Das KLO“

Es ist zwar etwas Peinlich sowas zu erzählen aber eben auch das gehört zur Story dazu.

Auf dem Klo angekommen machte ich es mir erst mal bequem. Jeder kennt das. Somit stützte ich meine Arme und dem Kopf auf die Knie ab. Plötzlich war im Unterleib superdeutlich eine Bewegung zu Spüren. Es fühlte sich wie eine Drehung an, von links nach rechts. Es war nur ganz kurz aber dafür Intensiv. Ich war mir also sicher, dass das das Kind war, da ich solch ein Gefühl nicht kannte und ein solches auch vorher nie hatte.

Nach einem solchen Erlebnis bin ich aufgeregt zu meinem Freund um ihn das zu erzählen und man kann sich denken, dass er das auch selber spüren wollte. Leider aber tat sich nix. Ein wenig enttäuscht zog er sich dann wieder zurück und widmete die Aufmerksamkeit seiner Beschäftigung.

Einige Tage lang war nichts zu spüren. Ich machte mir auch keine Sorgen da man ja die ersten richtigen Kindsbewegungen erst so ab der 20.ten Woche spüren würde. Somit warte man ab und horchte weiterhin in seinen Körper hinein.

Die Gewohnheit abends im Bett die Hand auf den Bauch zu legen war nun schon reine Angewohnheit. Irgendwann merkte ich dann, direkt unter meiner Hand, ein zucken. Mehrmals hintereinander Zuckte es dann war wieder Ruhe. Dem schenkte ich soweit keine Beachtung. Eh ich diesmal meinem Freund davon erzählte wollte ich mir selber sicher sein.

Da ich in den letzen Wochen viel über „die ersten Kindsbewegungen“ gelesen habe, hatte ich mich auf Gefühle wie das zerplatzten von Luftblasen oder einer Schmetterlingsberührung eingestellt. Wie ich nun mittlerweile weiß, stellt sich keines dieser Berührungen ein. Es bleibt beim Zucken und das Abend für Abend. Das Zucken ist mit einem  Zucken des Augenlides zu beschreiben, also kennt das sicher jeder von euch.

Nachdem das Zucken immer dann beginnt, wenn meine Hand auf dem Bauch liegt, habe ich meinem Freund davon erzählt und auch er wollte sein Kind endlich spüren. Also legte er seine Hand auf meinem schon recht runden Bauch. Ich spürte die Bewegungen deutlich. Zuerst ist dieses, schon von mir beschriebene, flaue Gefühl und dann das Zucken. Der Kindsvater allerdings bekommt dieses Zucken nicht mit… noch nicht.

Gegen Anfang der 20.ten Woche legte mein Freund dann voller Stolz, eine Spieluhr und seine Hand auf meinem Bauch. Bald darauf begann das kleine so arg zu Strampeln, dass das selbst auch mein Freund gemerkt hat. Voller Glück dreht er sich, mit der Bemerkung „nun weiß ich, dass es dem kleinen Zwerg gut geht“, zufrieden um.

Das Zucken, sprich das Kind endlich zu spüren, ist ein tolles Gefühl und nicht nur das man sieht das ich Schwanger bin, nein fühlt man sich endlich auch Schwanger. Endlich kann man andere werdende Mütter verstehen, wenn sie davon voller Glück erzählen.

Ein Monat verging echt schnell und schon war die 3.te Vorsorgeuntersuchung mit großem Ultraschall  (2. Screening) an der Reihe. Da man nun das Kind spürt, geht man auch beruhigter in die kommende Untersuchung. Auch hier checkte die Ärztin die vitalen Funktionen des Kindes. Beruhigt kann sie sagen, dass das Kind weiterhin Gesund ist und sich zeitgemäß Entwickelt. Natürlich stand diesmal auch wieder die Frage Junge oder Mädchen im Raum! Die Ärztin suchte, schaute und meinte… Ein Mädchen

Das 2.te mal, äußerte sie diese Vermutung. Also Stellen wir uns nun auf ein Mädchen ein.

Nun hab ich die Hälfte der Schwangerschaft hinter mir und hoffe mir geht’s in der 2.ten hälfte genauso gut wie bis hier hin.

 

Die Sicht des Vaters:

Nun sind wieder einige Tage ins Land gegangen. Ich habe nun täglich den Bauch von meiner Süßen gemessen, aber Größer ist er nicht geworden. Das kommt denke ich mal noch. Eine wirklich Krasse Änderung habe ich nur entdeckt, die will ich natürlich keinen vorenthalten.

Meine süße Maus ist im Normalfall kein Blumen Fan. Bei Ihr würden Blumen und Pflanzen ehr verdursten oder ersaufen. Ist wirklich so. Jetzt kommt aber das schärfste… Sie hat den Wunsch geäußert, dass sie Blumenkästen haben möchte.  Es ist wirklich unglaublich, aber es ist so. Gott sei Dank konnte ich es Ihr ausreden. Weil die Arbeit habe im Nachhinein nur ich. Ich kenne ja meine Süße, erst haben Wollen und dann bleibt die Arbeit an mir hängen.

Versprechen wollte sie mir das auch nicht, dass sie sich um die Blumenkästen kümmert. So zu sagen hat sie jetzt Pech. Ich kann nur hoffen dass sie die Teile nicht alleine besorgt.

Am Donnerstag ist es wieder soweit, da haben wir den nächsten Termin beim Frauenarzt. Da darf ich dann auch ein Raum weiter und muss nicht wieder im Warteraum warten. Ich bin schon total aufgeregt, was der Arzt sagt und was er macht. Hoffentlich macht er ein Ultraschall, denn ich möchte gerne wissen wie das Herz schlägt vom kleinen Wurm und vor allem was es wird, ob Männlein oder Weiblein.

Einen Namen haben wir ja auch schon, wobei ich von dem Männlichen Namen nicht so überzeugt bin. Also wenn es ein Bub wird soll der Kleine „Chester“ heißen und wenn es ein Mädel wird, „Maya-Axelle“. Naja lassen wir uns einfach Überraschen.

Heute war für mich ein großer Tag, denn es ging zum Frauenarzt. Ich glaube ich war aufgeregter als meine Maus. Die letzten paar Stunden vor den Termin vergingen überhaupt nicht, aber das kennt man ja.

Als erstes hatten wir Kontakt mit der Hebamme, die uns voraussichtlich in Zukunft betreuen wird. Der erste Kontakt mit Ihr war sehr positiv. Die Hebamme fragte uns die verschiedensten Sachen. Nach kurzem warten ging es dann auch gleich zu Frau Doktor. Nach einem kurzen Infogespräch war es soweit, Mausi auf die Matte Ultraschall an und Baby-TV lief. Das ist ja schon Wahnsinn und vor allem sehr Interessant dies einmal zusehen.

Ich persönlich würde es jedem werdenden Papa raten diese erste Begegnung mit dem Kind zumachen. Ich werde meine Liebste auch in den nächsten  Frauenarztbesuchen begleiten.

Aber nicht nur das begleiten zum Frauenarzt ist wichtig, sondern ist auch wichtig für die werdende Mama da zu sein. Ein kleiner Tipp von meiner Seite: Man sollte es nicht Übertreiben. 

Nun sind wir im 4 Monat und alles läuft super. Meine Maus hat keine Beschwerden. Zumindest sagt sie mir nichts. Ich messe nun jeden Tag, wenn Mausi von Arbeit kommt den Bauch. Anfangs waren wir bei 91cm, ich glaube da habe ich schon erwähnt. Nun haben wir schon stolze 95cm. Ich bin glaube schon jetzt der stolzeste Papa auf der Welt.

Ich habe mitbekommen, dass ich das wirklich manchmal übertreibe mit der Fürsorglichkeit. Denn den einen  Tag habe ich wieder einmal zur Ihr gesagt, das Sie vorsichtig auf Arbeit sein soll. Na da durfte ich mir was anhören. Nun reiße ich mich immer zusammen. Ich versuche es zumindest. Ist das eigentlich normal, dass man sich so extrem Sorgen macht? Mein Schwiegervater sagte, dass er auch so war beim ersten Kind.  Naja ich denke mal das liegt daran, dass alles neu ist.

 

Nun das sollte es fürs nächste sein. Ich denke ihr habt wieder reichlich Lesestoff zu Gesicht bekommen. Solltet ihr weiterhin darüber Diskutieren wollen oder daran teilhaben, steht euch im Forum ein Thema dafür zur Verfügung. Dort könnt ihr auch weitere Fragen stellen, die euch während des Lesens in den Sinn gekommen sind.

Artikelautor: Veronika Jungnitsch und Axel Hannemann